ich beschäftige mich derzeit mit der Modellierung von Verkehrslasten auf einer schiefwinkligen Brücke in Sofistik und habe dazu eine Frage:
Die tatsächliche Brückenbreite (großer Querschnitt) beträgt 26,5
Die Referenzquerschnittsbreite laut Norm beträgt 20,5 m.
Meine Fragen sind:
Sollten die Verkehrslasten nach Norm unter Verwendung des großen Querschnitts (26,5 m) oder des Referenzquerschnitts (20,5 m) angesetzt werden?
Wenn ich nur den Referenzquerschnitt in Sofistik benutze, könnte die Last die gesamte Brückenbreite nicht vollständig abdecken. Wie sollte man in diesem Fall die Verkehrslasten korrekt auf einer schiefwinkligen Brücke modellieren?
Für Ihre Hinweise oder Best-Practice-Empfehlungen wäre ich Ihnen sehr dankbar.
der Begriff Referenzquerschnittsbreite ist mir nicht geläufig. Kannst du anhand einer Skizze zeigen, was du mit tatsächliche Brückenbreite und Referenzquerschnittsbreite meinst? Bildest du das System über Flächenelemente ab? Benutzt du ELLA oder sofiload für die Lastaufbringung?
vielen Dank für deine Rückmeldung und die Nachfrage.
Der Begriff Referenzquerschnittsbreite ist in meinem Fall wie folgt zu verstehen:
In den Planunterlagen ist ein Referenzquerschnitt mit einer Breite von 19,20 m angegeben. Weitere detaillierte Angaben zur Querschnittsentwicklung liegen mir derzeit leider nicht vor.
Die Brücke ist schiefwinklig, wodurch sich entlang der Längsachse eine variable Brückenbreite ergibt. Am Endquerschnitt beträgt die tatsächliche Breite 25,20 m.
Um diese Geometrie korrekt abzubilden, habe ich den Querschnitt im Modell als variabel definiert, sodass die Breite vom Referenzquerschnitt (19,20 m) bis zum Endquerschnitt (25,20 m) linear anwächst.
Bezüglich der Modellierung:
Das Tragwerk wird über Flächenelemente (Schalenelemente) abgebildet.
Die Verkehrslasten werden in SOFiLOAD definiert und anschließend in das FE-Modell übernommen (keine Verwendung von ELLA).
Aktuell bin ich unsicher, welche Querschnittsbreite für die Definition der Verkehrslasten maßgebend ist, insbesondere:
Welche Breite ist für die Eingabe der Spuren (Lanes) in SOFiLOAD zu verwenden?
Soll hierfür die Referenzquerschnittsbreite von 19,20 m angesetzt werden, da sie planmäßig vorgegeben ist,
oder die maximale Breite von 25,20 m am Endquerschnitt, da diese geometrisch maßgebend ist?
Zur besseren Veranschaulichung sende ich dir die entsprechenden Pläne und Modellansichten, damit die Geometrie der Brücke und der variable Querschnitt klar ersichtlich sind.
danke, damit wird es klarer. Ich würde dir empfehlen, in so einem Fall die Spuren manuell zu definieren um die variable Querschnittsbreite zu berücksichtigen. D.h. eine der Spuren weitet sich auf. Anbei ein kleines Beispiel, wie so eine Definition in sofiload aussehen würde. Ich hoffe, das hilft dir weiter.
ich arbeite derzeit an einem Brückenprojekt und modelliere die Verkehrslast nach LM1.
Im Zusammenhang mit den Horizontallasten (insbesondere der Bremslast) habe ich mir das entsprechende Tutorium der SOFiSTiK AG angesehen. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Horizontallasten offenbar als vertikale Lasten modelliert werden.
In diesem Zusammenhang würde ich gerne verstehen, aus welchem Grund diese Vorgehensweise gewählt wird. Handelt es sich dabei um eine numerische bzw. programmtechnische Besonderheit innerhalb von SOFiSTiK (z.B. aufgrund der Definition von Lastfällen oder Projektion auf das System), oder steckt eine andere methodische Überlegung dahinter?
Ich habe zur Verdeutlichung einen Screenshot aus dem Tutorium beigefügt.
Für eine kurze Erläuterung wäre ich Ihnen sehr dankbar .
Falls Du Dich auf den Screenshot beziehst, ist Deine Schlussfolgerung eine Fehlinterpretation.
Wenn man Lastgruppe 2 auswählt, wirken in dieser neben den Bremslasten auch Vertikallasten. Und nur diese werden in der Grafik dargestellt. Da die Bremslasten nicht immer gleich sind (hängen von den Vertikallasten und ggf. der Länge der Brücke ab), werden diese in der Grafik gar nicht dargestellt.
Um die H-Lasten zu prüfen, kann man die Reportbrowser von ELLA prüfen. Noch besser ist es, eine Lagerung zu wählen, die bezüglich der H-Lasten statisch bestimmt ist, nur einzelne Spuren zu belasten und dann die Auflagerkräfte zu prüfen.