Nachrechnung Rampenbauwerk - Eingabe Bewehrung

Hallo zusammen,

im Zuge meiner Masterarbeit rechne ich ein Rampenbauwerk einer Brücke nach. Dieses besteht aus Stahlbeton Stützwänden. Ich möchte dazu die Nachweise im GZT und GZG führen, anschließend einen sukzessiven Bewehrungsausfall simulieren und die zu erwartenden Verformungen berechnen.

Modelliert habe ich das Bauwerk im SSD und Sofiplus mittels Flächenelementen. Nun möchte ich für die Bemessung und Verformungsberechnung die vorhandene Bewehrung in dem Bauwerk vorgeben. Wie dies bei den Flächenelementen möglich ist, habe ich noch nicht herausgefunden. Kann mir hier jemand helfen?

Danke und viele Grüße

Martin

Hallo Martin,

der Standard Workflow im SSD legt fest, dass die Bewehrung der Flächenelemente im GZT und GZG von SOFiSTiK ermittelt wird. Genauer gesagt läuft dafür im Hintergrund das Programm BEMESS.

Möchte man nun eine vorhandene Bewehrung eingeben und diese explizit nachweisen, funktioniert das nur beschränkt.
Sie müssen zunächst mit BEMESS eine Bewehrung eingeben, oder ermitteln lassen. Diese muss dann in einer eigenen Bewehrungsverteilung gespeichert werden und im Anschluss mit dem Programm ASE nachgewiesen werden.

Am besten schauen Sie sich dafür die Beispiele im TEDDY an.

TEDDY > Datei > Beispiele > ase > deutsch > nonlinear_quad > a2_nichtlineare_platte.dat

Eventuell hilft auch das Beispiel:

TEDDY > Datei > Beispiele > ase > deutsch > verification-examples > nonlinear_quad_thin_slab.dat

Mit freundlichen Grüßen
Frederik Höller
Ihr SOFiSTiK Support Team

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Hallo zusammen,

ich hole das Thema nochmal nach oben. Inzwischen bin ich mit meiner Berechnung weiter gekommen. Zur Ausganssituation: Das Rampenbauwerk besteht aus zwei Stützwänden die mit Zugbändern verbunden sind. Das Bauwerk wurde in den 60er Jahren erstellt und wurde in der ursprünglichen Bemessung in Bemessungsobjekte zerlegt und mit Balkenschnittgrößen berechnet. Demzufolge ist die real vorhandene Bewehrung als Balken- bzw. Längsbewehrung an den Ober- und Unterkanten der Bauteile und als Flächenbewehrung eingelegt.
Im Zuge meiner Masterarbeit möchte ich Langzeitverformungen mittels einer nichtlinearen Berechnung ermitteln und in einem zweiten Schritt Bewehrung an bestimmten Orten ausfallen lassen und untersuchen wie diese sich auf das Verformungsverhalten auswirkt.
Auch wenn der Workflow in Sofistik dies nicht standardmäßig vorsieht, habe ich über einen BEMESS PARA Lauf die real vorhanden Bewehrung eingeben können. Um die Längsbewehrung in eine Flächenbewehrung umrechnen zu können, habe ich Randflächen definiert und die Stäbe der Längsbewehrung in dieser Randfläche in eine Flächenbewehrung umgerechnet. Dieser Versuch mündet bei der nichtlinearen Berechnung in schlechten Konvergenzen bzw. oftmals in Fehlermeldungen dass kein Gleichgewicht gefunden werden kann.
Mein zweiter Versuch war, von BEMESS eine erforderliche Bewehrung ermitteln zu lassen und mit dieser eine nichtlineare Berechnung durchzuführen. Dies funktioniert nach anpassen einiger Materialkennwerte auch. Nun möchte ich in bestimmten Bereichen des Bauwerks Bewehrung ausfallen lassen. Dazu habe ich noch keine Lösung gefunden. Ich kann zwar den Maximalwert der Bewehrung verändern, allerdings nicht gesamtheitlich für eine Gruppe bzw. bestimmte Elemente einen Faktor angeben (z.B. 20% Bewehrungsausfall). Gibt es dafür eine Lösung?

Meine Fragen zusammengefasst:

  • Wie kann ich für eine nichtlineare Bewehrung für eine GruppeIn gezielt die Bewehrung über einen Faktor anpassen?

  • Haben Sie weitere Ideen wie man meine Problemstellung in Sofistik umsetzen kann, u.a. auch eine nichtlineare Berechnung mit der vorhandenen Bewehrung bestehend aus Längs- und Flächenbewehrung?

Fragen zur nichtlinearen Berechnung:

  • Inwiefern sind die Ergebnisse der Verformungen einer nichtlinearen Berechnung aussagekräftig und verwertbar, wenn kein Gleichgewicht in der Iteration gefunden werden kann. Nach meinem Verständnis sind diese nur aussagekräftig wenn eine Konvergenz gefunden wird und die Restkräfte gering bzw. nicht mehr vorhanden sind.

  • Wie ist es zu erklären dass der BEMESS Lauf ohne Fehler durchläuft und linear eine erforderliche Bewehrung ermittelt wird, in einer nichtlinearen Rechnung mit dieser Bewehrung unter der gleichen Laststufe etc. allerdings trotzdem kein konvergentes Ergebnis gefunden werden kann? Dies trat in mehreren Fällen bei mir auf als ich mit den Festigkeiten des Materials gespielt habe.

  • Was genau sagt in der Auswertung der nichtlinearen Berechnung der Punkt “Gausspunkte im nichtlinearen Bereich der Arbeitslinie” unter Statistik der nichtlinearen Effekte aus? Bezieht sich dieser Punkt auf die Arbeitlslinie des Betonstahls? In meiner Berechnung liegen null Punkte im nichtlinearen Bereich der Arbeitslinie, und nur oberhalb der Rissdehnung (eine Zeile darunter). Der Beton ist folglich gerissen

Ich hoffe ich konnte mein Problem verständlich darstellen. Sämtliche Tipps und Tricks aus den Handbüchern, Tutorial Videos etc. habe ich schon ausprobiert. Zu den genannten Punkten habe ich leider keine Antwort finden können.
Vorab schon mal vielen Dank für Ihre Hilfe.

Viele Grüße

Martin